Heinz von Förster

Manfred Spitzer

Jean und Francois Robert

Jean und François Robert sind Brüder und arbeiten seit vielen Jahren eng als Künstlerduo zusammen. Beide haben einen Hintergrund im Bereich Gestaltung und waren bzw. sind als Professoren tätig, was sich deutlich in ihrer konzeptuellen, reflektierten Arbeitsweise zeigt. Ihr gemeinsames Schaffen verbindet gestalterisches Denken mit fotografischer Präzision.

In ihrem Projekt Faces arrangieren sie vorgefundene Alltagsgegenstände zu ausdrucksstarken Porträts. Ob Werkzeuge, Lebensmittel oder Fundstücke – die Objekte werden so kombiniert, dass sie menschliche Gesichter suggerieren, ohne ihre Materialität zu verlieren. Der kreative Ansatz liegt dabei im Spannungsfeld zwischen Wiedererkennung und Verfremdung: Die Dinge bleiben, was sie sind, und werden zugleich zu Trägern von Emotion und Charakter. Durch diese spielerische Zweckentfremdung untersuchen die Roberts, wie wenig es braucht, um im Chaos der Dinge ein Gesicht – und damit Bedeutung – zu erkennen.

Joan Steiner

Joan Steiner erschafft täuschend echte Szenen aus gewöhnlichen Alltagsgegenständen: Brokkoli wird zum Wald, ein Croissant zum Sofa. In ihrer Serie Look-Alikes verwandelt sie banale Dinge in detailreiche Bildwelten voller Humor und visueller Raffinesse. Ihr kreativer Ansatz basiert auf genauer Beobachtung und spielerischer Assoziation – sie entdeckt im Alltäglichen verborgene Formen und erzählt daraus neue Geschichten. Zweckentfremdung wird bei ihr zur poetischen Illusion.

Jan von Holleben

Jan von Holleben arbeitet mit inszenierter Fotografie, die stark von kindlicher Fantasie geprägt ist. In Serien wie Dreams of Flying arrangiert er Menschen und Objekte auf dem Boden und fotografiert sie aus der Vogelperspektive, sodass scheinbar schwebende, traumartige Szenen entstehen. Alltagsgegenstände werden zu Requisiten in einer imaginären Welt – sie verlieren ihre ursprüngliche Funktion und werden Teil einer erzählerischen Bildsprache, die zwischen Spiel, Theater und Fotografie vermittelt.

Rhythm me this

„Rhythm Me This“ ist ein Social-Media-Projekt, das Alltagsgegenstände in Musikinstrumente verwandelt. Ob Küchenutensilien, Verpackungen oder Möbel – alles kann zur Klangquelle werden. Der kreative Ansatz liegt in der rhythmischen Neuinterpretation von Dingen, die ursprünglich keine musikalische Funktion haben. Durch präzise Arrangements und audiovisuelle Inszenierung entsteht eine Verbindung aus Sounddesign, Performance und visuellem Experiment, die das Potenzial des Alltäglichen neu erfahrbar macht.

Tim Walker

Der britische Fotograf Tim Walker ist berühmt für seine opulenten, oft märchenhaften Bildwelten. Er arbeitet mit überdimensionierten Requisiten und transformiert alltägliche Objekte in spektakuläre Bühnenbilder. Seine Arbeiten leben von der physischen Inszenierung: Statt digitaler Effekte setzt er auf handgebaute Sets, in denen Dinge ihre gewohnte Bedeutung verlieren und zu Trägern von Fantasie und Nostalgie werden. Zweckentfremdung wird bei ihm zur sinnlichen, oft surrealen Erfahrung.